2. Konferenz
Professionelles Wissensmanagement Erfahrungen und Visionen
Luzern - 2.-4. April 2003

 

 

     

  Workshop „Wissensmanagement und Philosophie“
  Schedule  
   (This call is also available in English on page: http://www.dfki.uni-kl.de/~klein/philosophy_and_KM  
 
Ziele


Über Jahrhunderte hinweg dienten die Erkenntnisse der Philosophie als „Ideen­stein­bruch“ zur Befruchtung anderer Disziplinen, zum Beispiel für die Mathematik oder die Physik.  In den letzten Jahren gewinnt das Thema Wissens­ma­na­ge­ment (WM) zu­nehmende Bedeutung in der betrieblichen Praxis und wird auch aka­de­misch in ver­schiedenen Disziplinen vorangetrieben. Dabei werfen die Multi­dis­zi­pli­­narität des Ansatzes und die Komplexität des Themas „Wissen“ mannig­fal­tige Prob­leme auf, die häufig entweder ig­no­riert oder nur stiefmütterlich be­han­delt werden. Eben­so besteht die Ge­fahr, dass Wissensmanagement zum „Wer­be­be­griff“ wird und man über dem Verpacken alten Weins in neuen Schläuchen das am­­bi­tio­nier­te ur­sprüng­­liche Ziel aus den Augen verliert.

Auf der anderen Seite befasst sich die Philosophie als „Mutter aller Wis­sen­schaf­ten“ seit Jahrtausenden mit der Thematik des Wissensbegriffs, der Wissens­er­­zeu­gung und –vermittlung, mit ihren Grenzen und Möglichkeiten. Was liegt also näher, als einmal systematisch die möglichen Beiträge der Philosophie für das Wis­­­sens­­ma­na­gement zu untersuchen und gegenseitige Wechselwirkungen und Syn­ergien zu suchen? Eine „Erfolgsgeschichte“ in diesem Bereich ist der philoso­phi­­sche Begriff der Ontologie, der in der Informatik erheblichen Einfluss ge­won­nen hat.

Ziel dieses Workshops ist es – anhand konkreter Fragestellungen und Anwendungsszenarien – Einflüsse und Potentiale der Philosophie für Theorie und Praxis des Wissensmanagements zu identifizieren.

Mögliche Themengebiete

Es werden Beiträge erbeten, die aus dem Blick der Praxis, der Fachwissenschaften und der Philosophie auf  neuartige Lösungsansätze, offene Fragen, konzeptionelle Probleme verweisen und damit transdisziplinär das Anliegen des Wissensmanagement thematisieren.

Die Vorträge sollten einem Aspekt der folgenden, nicht abschließenden Liste zuzuordnen sein:

 

·      Verhältnis von Daten, Information und Wissen (z.B. Präsentieren und Repräsentieren)

·      Wissenstypen und ihre Übergänge (z.B. Explizieren impliziten Wissens)

·      Wissen als Struktur und Prozeß (z.B. Knowledge Base and Problem Solving)

·       Wissen als System- und Modellbegriff   (z.B. Parametrisierung und Kontextualisierung von Wissen)

·       Philosophische Theorieansätze und Wissensmanagement (z.B. Konstruktivismus, Pragmatismus) 

·       Epistemologie versus Ontologie(n) im Wissensmanagement

·       Wissensmanagement und Medialität

·       Potentiale und Grenzen aktueller WM-Ansätze



Zielgruppen

Forscher mit transdisziplinären Zugang zum Wissensmanagement insbesondere aus den Bereichen Philosophie und Informatik. Praktiker auf den Gebieten Wissens- und Informationsmanagement, z.B. Berater, Anbieter (Entwicklungsabteilungen) von Informationssystemen und –tools sowie CKOs und KM-Worker aus Unternehmen.

Workshop-Sprachen sind Deutsch und Englisch.

Einreichungen

·      Full Papers diskutieren innovative Fragestellungen aus einem der oben angesprochenen Bereiche auf max. 8 Seiten. Dabei sollten Papiere mit philosophischem Kern versuchen, auch für Workshop-Teilnehmer mit geringer philosophischer Ausbildung die Kernthesen und Beiträge für praktische Problemlösungen klar herauszuarbeiten. Beschreibungen von Anwendungsproblemen sollten versuchen, die generischen Aspekte des Problems zu identifizieren und damit die Übertragbarkeit der diskutierten Problemstellung zu gewährleisten, ohne dabei die konkreten Anknüpfungspunkte für problemorientierte Diskussionen zu verlieren.

·    Interessensbekundungen (max. 1 Seite) beschreiben die Motivation eines Workshop-Teilnehmers, Hintergrund und Kontext des Interesses, vorgeschlagene Fragestellungen und/oder erwartete Ergebnisse. 

Detaillierte Formatvorgaben für die Endversion finden Sie unter "Einreichungen" auf der WM 2003-Homepage. Bitte mailen Sie eine PDF oder POSTSCRIPT-Version (gezipped) Ihres Beitrags an bertin.klein@dfki.deund wenden sich bitte bei Fragen gerne an:

Bertin Klein 
DFKI GmbH FB Wissensmanagement
Postfach 2080

D-67608 Kaiserslautern
Tel.: 0631-205-3450



Wichtige Termine


    30. September 2002

Einreichung von Beiträgen

15. November 2002

Benachrichtigung der Autoren über Annahme/Ablehnung

1. Februar 2003

Abgabe der Endversion 

 

Zeitplan für den Workshop

Der Zeitplan wird noch bekannt gegeben.

 
   

Workshopleitung

Dr. Klaus Freyberg, Munich Reinsurance Company, Leopoldstrasse 36, D-80791 München, KFreyberg@munichre.com

Bertin Klein, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH FB Wissensmanagement, Postfach 2080, D-67608 Kaiserslautern, bertin.klein@dfki.de

Prof. Dr. Hans-Joachim Petsche, Institut für Philosophie der Universität Potsdam, Am Neuen Palais 10, D-14469 Potsdam,  petsche@rz.uni-potsdam.de

 

Programmkomitee

Hr. Stefan Heyd, Vorstand der Münchener Rückversicherung

Prof. Dr. John Erpenbeck, Arbeitsgemeinschaft Betriebliche Weiterbildungsforschung e. V., Bereichsleiter Grundlagenforschung

Prof. Dr. Klaus Kornwachs, Technische Universität Cottbus, Lehrstuhl Technikphilosophie

Thomas Roth-Berghofer, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH

Prof. Dr. Heinz Juergen Mueller, Berufsakademie Mannheim Fachbereich Informationstechnik