Wissenskultur

Workshop auf der 2. Konferenz Professionelles Wissensmanagement - Erfahrungen und Visionen (WM2003)

Luzern (Schweiz), 2.-4. April 2003


Thema Thema Organisations-Komitee Programm-Komitee Einreichungen Wichtige Termine Zeitplan

Thema

Gelebtes Wissensmanagement in Unternehmen ist heute nicht mehr eine Frage der technologischen Plattformen, die dieses ermöglichen, sondern vor allem eine Frage, ob und wie es gelingt, Mitarbeiter zu motivieren, ihr Wissen zu teilen, und die vorhandenen Wissensressourcen zu nutzen. Der Erfolg von Wissensmanagementsystemen hängt entscheidend davon ab, welche Wissenskultur das Unternehmen hat. Damit ist die Gesamtheit von im Laufe der Zeit entstandenen und akzeptierten Werten und Normen gemeint, welche die Denk- und Verhaltensmuster im Umgang mit Wissen prägen.

Wissenskultur selbst ist wiederum eingebunden in den kulturellen Gesamtkontext des Unternehmens. Sie spiegelt die Tradition wieder, wie im Unternehmen seit seiner Gründung mit Wissen umgegangen wurde und wird. Die Kenntnis der Elemente, die die Wissenskultur im Unternehmen prägen, ist eine Voraussetzung dafür, diese auch verändern zu können. Ein Hauptaspekt diese Themas sind hier Verfahren und Instrumente, mit denen die Wissenskultur transparent gemacht werden kann.

Auf der anderen Seite kann die Entwicklung einer bestimmten Wissenskultur ein Ergebnis der strategischen Ausrichtung des Unternehmens sein. Unternehmen, deren Unternehmenswert wesentlich durch die Wissensressourcen bestimmt ist, müssen ein kulturelles Umfeld schaffen, das den Austausch und den Aufbau von Wissen fördert. Dies gilt fast ausnahmslos für alle Unternehmen, die auf eine starke Innovationstätigkeit ausgerichtet sind. Die Ableitung von Kulturelementen aus der Strategie und die Beschreibung der kulturellen Faktoren, die Wissensmanagement fördern, sind hier die Schwerpunkt. Dies schließt auch die Entwicklung einer Vision für das Wissensmanagement mit ein.

Der dritte Aspekt des Themas ist die Frage, wie gezielt eine Veränderung der Wissenskultur herbeigeführt werden kann. Dabei  ist der Zusammenhang zur Technik und zur Organisation besonders stark. Konfortable Plattformen für das Wissensmanagement und seine gute organisatorische Einbindung  können die Entwicklung der Wissensmanagementkultur fördern. Die Entwicklung einer Wissenskultur ist ein besonderer Aspekt des Changemanagements, weil sie sehr stakt auf eine Veränderung der inneren Einstellungen und Haltungen des Managements und der Mitarbeiter abzielt. Hier sind sowohl Konzepte für das Management interessant, wie auch Beratungsansätze, mit denen diese Veränderung begleitet werden können.

Das Thema Wissenskultur hat gerade jetzt seine besondere Relevanz, da Unternehmen zur Zeit einen Paradigmenwechsel im Umgang mit Innovationen vollziehen müssen. Die Entwicklung von innovativen Produkten und Dienstleistungen ist immer weniger eine Sache von Spezialisten, d.h. Mitarbeitern von Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, sondern wird mehr und mehr zu einer Anforderung an alle Mitarbeiter des Unternehmens. Dies ist ohne ein gutes Wissensmanagement nicht zu leisten. Hier steht die Entwicklung der Wissenskultur in engem Zusammenhang mit der Entwicklung der Innovationskultur.

Nicht zuletzt ist die Entwicklung einer Wissenskultur im Unternehmenskontext nur ein Aspekt der Entwicklung der Gesellschaft hin zu einer sogenannten " Wissensgesellschaft". Damit bezeichnet man eine Entwicklung, in der Wissen zu einem immer stärker ausschlaggebenden Faktor für die gesellschaftliche aber auch persönliche Entwicklung jedes Einzelnen wird. Der Zusammenhang von gesellschaftlicher Entwicklung und Unternehmensentwicklung unter dem Aspekt der Wissenskultur bildet die Klammer, mit der Wissensentwicklung über Unternehmensgrenzen hinweg gefördert werden kann.

Der Workshop soll Vertretern aus Forschung und Praxis eine gemeinsame Basis zum Austausch ihrer  Erfahrungen und Visionen bieten. Die Beiträge können einerseits Erfahrungen aus der Praxis des Wissensmanagements schildern, andererseits auch systematische, theoriorientierte Beiträge sein. Sie sind u.a. zu folgenden Themen erwünscht:

  • Wissenskultur - was darunter zu verstehen  ist und welchen Beitrag sie zum Erfolg von Wissensmanagementsystemen leistet
  • Methoden und Verfahren zur Messung von Wissenskultur
  • Einfluß der Wissenskultur auf die Akzeptanz von Wissensmanagementplattformen
  • Neue Arbeitsformen und Wissenskultur
  • Strukturelle Rahmenbedingungen der Wissenskultur
  • Wert und Leitbildentwicklung in Unternehmen und deren Einfluß auf die Wissenskultur
  • Der Zusammenhang von Wissenskultur und Strategieentwicklung
  • Methoden und Instrumente des Cultural Change im Kontext von Wissenskulturveränderung
  • Die Rolle von Beratung und Beratern bei der Veränderung der Wissenskultur
  • Wissenskutur und Wissensgesellschaft

Diese Themenauflistung ist nicht abschließend gemeint, sondern zählt lediglich beispielhaft Hautpthemen auf. Bitte kontaktieren Sie Dr. Tomas Bohinc  (Tomas.Bohinc@T-Systems.com) für Rückfragen und Anregungen.


Zielgruppen

Der Workshop richtet sich an Teilnehmer, die sich einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und Erfahrungen aus der Praxis verschaffen wollen und die bereit sind, den Workshops durch Einreichung von Beiträgen oder durch aktive Teilnahme mit zu gestalten.

Ziel des Workshops ist es dabei, sowohl Vertreter aus der Forschung als auch aus der betrieblichen Praxis anzusprechen. Beiträge werden u.a. erwartet von (i) , Wissenschaftlern, die am  Thema Wissenskultur gearbeitet haben, (ii) Praktikern aus Unternehmen, die Wissensmanagement in Unternehmen eingeführt haben, bzw. dafür zuständig sind  (iii) Berater, die Erfahrungen mit diesem Thema gesammelt und oder Beratungskonzepte zum Thema Wissenskultur erarbeitet haben.


Organisations-Komitee


Programm-Komitee

  • Dr. Tomas Bohinc (T-Systems)
  • Jörgen Erichsen (Deutsche Telekom AG)
  • Rainer Siewers (T-Systems)
  • Walter Letzel (T-Systems)

Einreichungen

Der Umfang der eingereichten Beiträge sollte 4.500 Wörter nicht überschreiten. Detaillierte Formatvorgaben für die Endversion finden Sie unter "Einreichungen" auf der WM 2003-Homepage. Bitte mailen Sie eine PDF oder POSTSCRIPT-Version (gezipped) Ihres Beitrags an Tomas.Bohinc@T-Systems.com

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Tomas Bohinc
Saonestraße 3,
60528 Frankfurt

Tel: (069) 66531-66850


Wichtige Termine

  • 30. September 2002: Einreichung von Beiträgen
  • 15. November 2002: Benachrichtigung der Autoren über Annahme/Ablehnung
  • 1. Februar 2003: Abgabe der Endversion

Zeitplan

Mittwoch 2.April, Beginn 15.00 Uhr

Dr. Tomas Bohinc (T-Systems International GmbH)
Begrüßung und Einführung in den Work Shop
Wissenskultur – Begriff, Bedeutung und ihr Bezug zu den anderen Aspekten des Wissensmanagements

Ina Finke (Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik, Competence Center Wissensmanagement am Fraunhofer IPK)
Verhaltensänderung und Motivation für Wissensmanagement

Jukka Alvesalo, Martin Hurter, Ursula Schweighart (Arthur D. Little Ltd)
Changing the rules of the game - a systematic approach for transforming corporate knowledge behavior

Marc Kuhn (Robert Bosch GmbH)
Kultursensitives Wissensmanagement im Erstausrüstungsvertrieb der Robert Bosch

Andrea Ixmeier (Deutsche Telekom AG)
Kritische Erfolgsfaktoren bei der Einführung neuer Arbeitsformen

Jens Hengst (Technische Universität Chemnitz)
Das Berufsbild des Wissensmanagers aus der Sicht der Praxis

Alle Referenten
Abschlußdiskussion: Welche Bedeutung hat Wissenskultur für ein erfolgreiches Wissensmanagement

Ende 18.00 Uhr