2. Konferenz
Professionelles Wissensmanagement Erfahrungen und Visionen
Luzern - 2.-4. April 2003

 

     

 

Workshop „Wissensmanagement im Kontext der Modellierung und Ausführung wissensintensiver und schwach strukturierter Geschäftsprozesse

 

 

(Dieser Call ist auch als PDF Version verfügbar.)

Präsentationen online

 


Ziele

Durch Modularisierung und Spezialisierung von Unternehmen und Märkten einerseits und Globalisierung andererseits nimmt die Komplexität von Geschäftsprozessen stark zu. Weiterhin erhöht sich die Anzahl der vorhandenen - und zu berücksichtigenden - Informationen, während sich die Reaktionszeit innerhalb dieser Prozesse weiter verkürzt. Methoden des Wissensmanagements können hier entscheidenden Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in diesen zunehmend "heißeren" Umgebungen ausüben. Insbesondere in wissensintensiven Bereichen ist ein systemgestütztes Wissensmanagement im Sinne einer Wertschöpfung notwendig. Dabei wird die Bedeutung der Geschäftsprozessorientierung für das Wissensmanagement in den letzten Jahren zunehmend erkannt. Vorgehensweisen, die sich in Prozessen kristallisieren, manifestieren Wissen, das vielfach auch gerade über Lehrbucherkenntnisse hinausgeht. Die Erfassung und Wartung von Prozesswissen ist ein vieldiskutiertes Thema an der Schnittstelle von Wissens- und Prozessmanagement. Auf der Ebene der strategischen Planung, der Analyse und des Designs von Prozessen und Wissensmanagement-Aktivitäten werden kombinierte Methoden und Modellierungsverfahren entwickelt und erprobt. Auf der Ebene der technischen Umsetzung gewinnen Projekt- und Prozessportale zunehmende Bedeutung, und die Bereitstellung und Speicherung prozessanhängig kontextsensitiver Informationen befindet sich auf der Schwelle zur praktischen Anwendung.

Gerade diejenigen Geschäftsprozesse jedoch, die für das Wissensmanagement von besonderer Bedeutung sind, nämlich die hochgradig wissensintensiven, durch vielfältige Güterabwägungen, Verhandlungsprozesse, kreative Lösungen und Entscheidungen geprägten Aktivitäten der Wissensarbeiter im Kern der Wertschöpfung des Unternehmens (z.B. die Entwickler neuer Produkte und Lösungen), werden in aller Regel durch konventionelle Methoden der Prozessunterstützung, d.h. insbesondere Workflow-Systeme, nur sehr unzureichend abgebildet und in der Ausführung unterstützt. Ihrer Natur nach "wicked problems" im Sinne von Rittel, bearbeitet von "Kreativen", die sich der Unterstützung durch IT-Tools aus Prinzip gern widersetzen, stellt sich die Frage, inwiefern hier die Informatik dennoch hilfreich sein kann, insbesondere im Zusammenhang mit WM-Techniken.

Ausgehend von den spezifischen Anforderungen in den Bereichen Produkt- und Softwareentwicklung sowie Unternehmensberatung sollen die Unterstützungsmöglichkeiten durch Geschäftsprozessmodellierungs-Tools und Wissensmanagementsysteme vorgestellt werden. Auf Basis der Vorträge sollen betriebliche Anforderungen und die Realisierbarkeit von systemischer Unterstützung diskutiert werden. Darüber hinaus sollen aktuelle Beiträge aus der Wissenschaft den Entwicklungsstand und Tendenzen in der Forschung aufzeigen.

In Fortsetzung, Erweiterung und Ergänzung gängiger Geschäftsprozess- und Workflow-Ansätze soll erarbeitet werden, ob sich durch die Betrachtung spezieller im Wissensmanagement untersuchter Prozesse und Aktivitäten neue Anforderungen ergeben, wo die Grenzen existierender Ansätze liegen und wie man neue Systeme gestalten kann.
 

Themen

(Praxisberichte)

  • Spezifische Anforderungen an die Geschäftsprozessmodellierung besonders in den Bereichen Produkt- und Softwareentwicklung sowie Unternehmensberatung mit Bezug zum WM 
  • Praxiserfahrungen bei der Einführung und beim Einsatz von Tools zur Geschäftsprozessmodellierung innerhalb von WM-Initiativen 

(Theoretische Grundlagen)

  • Aspekte der Sozialisierung, Externalisierung und Internalisierung von Wissen sowie der Kombination von Wissenselementen 
  • Verfahren zur Modellierung wissensintensiver Geschäftsprozesse
  • Darstellungsmethoden für die Wissensverarbeitung
  • Möglichkeiten zur Identifikation von Wissensflüssen in Geschäftsprozessen 

(Technologien und Produkte)

  • GPM-Tools und ihre Einsatzmöglichkeiten in wissensintensiven Bereichen 
  • Probleme und Grenzen bei der systemgestützten Erfassung von GPM 
  • Chancen und Barrieren bei der Erweiterung von Wissensmanagementsystemen um Funktionen der Geschäftsprozessmodellierung 

(Innovative Konzepte)

  • Begriffsbildung und Theorie schwach strukturierter Geschäftsprozesse und Workflows im WM-Zusammenhang
  • Anforderungen aus der Praxis und Beispiele in der Praxis für wissensintensive Prozesse, wicked problems, deren spezifische WM-Anforderungen, sowie Vorteile und Grenzen konventioneller WM- und Prozessunterstützungen
  • Erhaltung von WM-Nutzungen von Prozessunterstützung (z.B. zur Portalgestaltung, Kontextlieferung, prozessanhängigen Informationssuche und -speicherung) beim Übergang von stark zu schwach strukturierten Prozessen
  • schwach strukturierte Prozessmodelle zur Darstellung von WM-Aktivitäten
  • innovative Modellierungs- und Abarbeitungsparadigmen (z.B. Business Rules, Agenten-Workflow) und ihr Beitrag für schwach strukturierte Prozesse und WM
  • kombinierte Evolution von Prozess- und Funktionswissen durch WM-Workflow-Kopplung
  • Lernen und Adaptivität zur automatischen Erfassung und Weiterentwicklung von Prozess- und Funktionswissen

Zielgruppen

Die oben genannten Themen richten sich sowohl an Wissenschaftler und Entwickler als auch Anwender und Anbieter aus den Bereichen Wissensmanagement, Geschäftsprozessmodellierung und Workflow Management.

Einreichungen

Der Umfang eingereichter Beiträge sollte 6 Seiten im geforderten Format nicht überschreiten. Detaillierte Formatvorgaben für die Endversion finden Sie unter "Einreichungen" auf der WM 2003-Homepage. Bitte mailen Sie eine PDF oder POSTSCRIPT-Version (gezipped) Ihres Beitrags an Heiko.Maus@dfki.de oder wenden Sie sich an einen der Organisatoren.

Wichtige Termine

    30. September 2002

Einreichung von Beiträgen

15. November 2002

Benachrichtigung der Autoren über Annahme/Ablehnung

1. Februar 2003

Abgabe der Endversion 

Zeitplan für den Workshop

Workshopleitung

 Prof. Norbert Gronau , Universität Oldenburg, Abt. Wirtschaftsinformatik,
    Escherweg 2, 26121 Oldenburg
,
    
norbert.gronau@informatik.uni-oldenburg.de

 Heiko Maus , Deutsches Forschungszentrum für KI GmbH,
    Erwin-Schrödinger-Str, 67608 Kaiserslautern, 
    heiko.maus@dfki.de

 Martin Fünffinger , Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW),
    89010 Ulm, 
    martin.fuenffinger@faw.uni-ulm.de


Programkommitee

Abecker, Andreas, DFKI Kaiserslautern
Prof. Dr. Hinkelmann, Knut, FH Solothurn Nordwestschweiz
Prof. Dr.-Ing. Dimitris Karagiannis, Universität Wien
Prof. Dr. Hermann Krallmann, Technische Universität Berlin
Prof. Dr. Franz Lehner, Universität Regensburg
Thomas, Oliver, IWI Saarbrücken
Prof. Dr. Franz-Josef Radermacher, Universität Ulm
Prof. Dr.-Ing. Bodo Rieger, Universität Osnabrück
Dr. Rose, Thomas, Fraunhofer FIT
Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Universität Oldenburg