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Ziele
Durch Modularisierung und Spezialisierung von Unternehmen und Märkten
einerseits und Globalisierung andererseits nimmt die Komplexität
von Geschäftsprozessen stark zu. Weiterhin erhöht sich die
Anzahl der vorhandenen - und zu berücksichtigenden - Informationen,
während sich die Reaktionszeit innerhalb dieser Prozesse weiter verkürzt.
Methoden des Wissensmanagements können hier entscheidenden Einfluss
auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in diesen zunehmend
"heißeren" Umgebungen ausüben. Insbesondere in wissensintensiven
Bereichen ist ein systemgestütztes Wissensmanagement im Sinne einer
Wertschöpfung notwendig. Dabei wird die Bedeutung der Geschäftsprozessorientierung
für das Wissensmanagement in den letzten Jahren zunehmend erkannt.
Vorgehensweisen, die sich in Prozessen kristallisieren, manifestieren
Wissen, das vielfach auch gerade über Lehrbucherkenntnisse hinausgeht.
Die Erfassung und Wartung von Prozesswissen ist ein vieldiskutiertes Thema
an der Schnittstelle von Wissens- und Prozessmanagement. Auf der Ebene
der strategischen Planung, der Analyse und des Designs von Prozessen und
Wissensmanagement-Aktivitäten werden kombinierte Methoden und Modellierungsverfahren
entwickelt und erprobt. Auf der Ebene der technischen Umsetzung gewinnen
Projekt- und Prozessportale zunehmende Bedeutung, und die Bereitstellung
und Speicherung prozessanhängig kontextsensitiver Informationen befindet
sich auf der Schwelle zur praktischen Anwendung.
Gerade diejenigen Geschäftsprozesse jedoch, die für das
Wissensmanagement von besonderer Bedeutung sind, nämlich die hochgradig
wissensintensiven, durch vielfältige Güterabwägungen, Verhandlungsprozesse,
kreative Lösungen und Entscheidungen geprägten Aktivitäten
der Wissensarbeiter im Kern der Wertschöpfung des Unternehmens (z.B.
die Entwickler neuer Produkte und Lösungen), werden in aller Regel
durch konventionelle Methoden der Prozessunterstützung, d.h. insbesondere
Workflow-Systeme, nur sehr unzureichend abgebildet und in der Ausführung
unterstützt. Ihrer Natur nach "wicked problems" im Sinne von Rittel,
bearbeitet von "Kreativen", die sich der Unterstützung durch IT-Tools
aus Prinzip gern widersetzen, stellt sich die Frage, inwiefern hier die
Informatik dennoch hilfreich sein kann, insbesondere im Zusammenhang mit
WM-Techniken.
Ausgehend von den spezifischen Anforderungen in den Bereichen Produkt-
und Softwareentwicklung sowie Unternehmensberatung sollen die Unterstützungsmöglichkeiten
durch Geschäftsprozessmodellierungs-Tools und Wissensmanagementsysteme
vorgestellt werden. Auf Basis der Vorträge sollen betriebliche
Anforderungen und die Realisierbarkeit von systemischer Unterstützung
diskutiert werden. Darüber hinaus sollen aktuelle Beiträge
aus der Wissenschaft den Entwicklungsstand und Tendenzen in der Forschung
aufzeigen.
In Fortsetzung, Erweiterung und Ergänzung gängiger Geschäftsprozess-
und Workflow-Ansätze soll erarbeitet werden, ob sich durch die
Betrachtung spezieller im Wissensmanagement untersuchter Prozesse und
Aktivitäten neue Anforderungen ergeben, wo die Grenzen existierender
Ansätze liegen und wie man neue Systeme gestalten kann.
Themen
(Praxisberichte)
- Spezifische Anforderungen an die Geschäftsprozessmodellierung
besonders in den Bereichen Produkt- und Softwareentwicklung sowie Unternehmensberatung
mit Bezug zum WM
- Praxiserfahrungen bei der Einführung und beim Einsatz
von Tools zur Geschäftsprozessmodellierung innerhalb von WM-Initiativen
(Theoretische Grundlagen)
- Aspekte der Sozialisierung, Externalisierung und Internalisierung
von Wissen sowie der Kombination von Wissenselementen
- Verfahren zur Modellierung wissensintensiver Geschäftsprozesse
- Darstellungsmethoden für die Wissensverarbeitung
- Möglichkeiten zur Identifikation von Wissensflüssen
in Geschäftsprozessen
(Technologien und Produkte)
- GPM-Tools und ihre Einsatzmöglichkeiten in wissensintensiven
Bereichen
- Probleme und Grenzen bei der systemgestützten Erfassung
von GPM
- Chancen und Barrieren bei der Erweiterung von Wissensmanagementsystemen
um Funktionen der Geschäftsprozessmodellierung
(Innovative Konzepte)
- Begriffsbildung und Theorie schwach strukturierter Geschäftsprozesse
und Workflows im WM-Zusammenhang
- Anforderungen aus der Praxis und Beispiele in der Praxis
für wissensintensive Prozesse, wicked problems, deren spezifische
WM-Anforderungen, sowie Vorteile und Grenzen konventioneller WM- und Prozessunterstützungen
- Erhaltung von WM-Nutzungen von Prozessunterstützung
(z.B. zur Portalgestaltung, Kontextlieferung, prozessanhängigen Informationssuche
und -speicherung) beim Übergang von stark zu schwach strukturierten
Prozessen
- schwach strukturierte Prozessmodelle zur Darstellung von
WM-Aktivitäten
- innovative Modellierungs- und Abarbeitungsparadigmen
(z.B. Business Rules, Agenten-Workflow) und ihr Beitrag für schwach
strukturierte Prozesse und WM
- kombinierte Evolution von Prozess- und Funktionswissen
durch WM-Workflow-Kopplung
- Lernen und Adaptivität zur automatischen Erfassung
und Weiterentwicklung von Prozess- und Funktionswissen
Zielgruppen
Die oben genannten Themen richten sich sowohl an Wissenschaftler
und Entwickler als auch Anwender und Anbieter aus den Bereichen Wissensmanagement,
Geschäftsprozessmodellierung und Workflow Management.
Einreichungen
Der Umfang eingereichter Beiträge sollte 6 Seiten im geforderten Format
nicht überschreiten. Detaillierte Formatvorgaben für die Endversion
finden Sie unter "Einreichungen" auf der WM 2003-Homepage. Bitte mailen
Sie eine PDF oder POSTSCRIPT-Version (gezipped) Ihres Beitrags an
Heiko.Maus@dfki.de
oder wenden Sie sich an einen der Organisatoren.
Wichtige Termine
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30. September 2002
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Einreichung von Beiträgen
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15. November 2002
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Benachrichtigung der Autoren über Annahme/Ablehnung
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1. Februar 2003
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Abgabe der Endversion
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Zeitplan für den Workshop
Workshopleitung
Prof.
Norbert Gronau
, Universität Oldenburg, Abt. Wirtschaftsinformatik,
Escherweg 2, 26121 Oldenburg
,
norbert.gronau@informatik.uni-oldenburg.de
Heiko
Maus
, Deutsches Forschungszentrum für KI GmbH,
Erwin-Schrödinger-Str, 67608 Kaiserslautern,
heiko.maus@dfki.de
Martin Fünffinger
, Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung
(FAW),
89010 Ulm,
martin.fuenffinger@faw.uni-ulm.de
Programkommitee
Abecker, Andreas, DFKI Kaiserslautern
Prof. Dr. Hinkelmann, Knut, FH Solothurn Nordwestschweiz
Prof. Dr.-Ing. Dimitris Karagiannis, Universität Wien
Prof. Dr. Hermann Krallmann, Technische Universität Berlin
Prof. Dr. Franz Lehner, Universität Regensburg
Thomas, Oliver, IWI Saarbrücken
Prof. Dr. Franz-Josef Radermacher, Universität Ulm
Prof. Dr.-Ing. Bodo Rieger, Universität Osnabrück
Dr. Rose, Thomas, Fraunhofer FIT
Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Universität Oldenburg
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